Diskurs

Vortrag & Bar | Mo 06.06. | 20h | Sebastian Voigt zu „Antisemitismus in der Linken“

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Die neu-gegründete „Veranstaltungs-Ag im Karoshi“ lädt zum ersten
Vortrag im Rahmen, einer in Zukunft monatlich stattfindenden
Veranstaltungskneipe. Erklärtes Ziel ist es, weniger eigene Standpunkte
zu spiegeln und zu bekräftigen, denn aktuelle linke und/oder
gesellschaftliche Diskussionen nach Kassel zu holen und diese hier zu
führen. Wenn du Interesse daran hast Referent*innen nach Kassel
einzuladen, eine Mobi-Veranstaltung oder deinen eigenen Vortrag im
Karoshi zu platzieren, dann melde dich doch bei der AG
[spektakel@karoshi-kassel.de]

Da sich die AG noch im Aufbau befindet und Fördermittelanträge noch
nicht geschrieben bzw. positiv beantwortet wurden, sind wir momentan noch
auf Spenden angewiesen. Wir hoffen diesen Umstand in naher Zukunft
beheben zu können.

Es ist natürlich weiterhin möglich & gewünscht, auch außerhalb der
Veranstaltungskneipe Vorträge im Karoshi zu veranstalten.

-Vortrag und Diskussion mit Sebastian Voigt-

Das Verhältnis der Linken zu Israel ist seit jeher äußerst ambivalent. Bis zum Sechstagekrieg 1967 hatte die Mehrheit der Linken ein positives Verhältnis zu Israel, dessen Gründung als Konsequenz aus dem Holocaust gesehen wurde. Danach kam es zu einer völligen Änderung: Israel galt nun als imperialistischer Vorposten Amerikas im Nahen Osten und als Unterdrückerstaat. In den späten 60er Jahren wurde die Solidarität mit ‚unterdrückten Völkern’ zu einem wichtigen Bestandteil eines linken Internationalismus, wobei die Solidarität mit den Palästinensern eine besondere Wichtigkeit besaß. In fast allen Städten gründeten sich Nahost-Gruppen und einige deutsche Linke erhielten in palästinensischen Lagern in arabischen Staaten eine paramilitärische Ausbildung.
Das Selbstverständnis der Linken war antizionistisch und internationalistisch, aber die Grenze zum Antisemitismus wurde oft übertreten. Im Vortrag soll ein kurzer historischer Überblick über das Verhältnis der Linken zu Israel gegeben werden, bevor der Zusammenhang von Antisemitismus, Antizionismus und Israelkritik diskutiert wird.
Aufgrund der aktuellen Diskussion in der Linkspartei ist das Thema von großer Brisanz. Auch diese wird Gegenstand des Vortrags sein.

Aufgrund des jahrelangen Raketenbeschusses durch die militant-islamische Organisation Hamas kam es zum Jahreswechsel 2008/09 zu einem israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen. Dies führte in vielen deutschen und europäischen Großstädten zu antiisraelischen Massendemonstrationen. Als „Friedensdemonstrationen“ getarnt, ging es dabei aber zumeist darum, den Hass gegen Israel auf die Straße zu tragen – das Leid im Gazastreifen war dazu nur ein Mittel zum Zweck. Holocaustvergleiche, Plakate, auf denen Hakenkreuz und Davidstern gleichgesetzt wurden und „Juden ins Gas“-Rufe ließen erahnen, wessen Geistes Kind die Mehrheit der Demonstrant_innen waren. Es ging ihnen nicht darum, einzelne, konkrete Maßnahmen der israelischen Politik zu kritisieren, sondern um ein antijüdisches Ressentiment. Es waren die größten antisemitischen Aufmärsche in Europa seit der Zerschlagung des Nationalsozialismus. Dabei demonstrierten Nazis, Islamist_innen und Linke gemeinsam. Fahnen der Hamas und der Hizbollah wehten neben denen der Linkspartei und immer wieder wurde offen zur Zerstörung Israels aufgerufen.

Bei dem Vortrag soll versucht werden, die grundlegenden Elemente des Antisemitismus darzulegen. Der Referent wird zudem das Verhältnis zwischen Antisemitismus und Antizionismus diskutieren sowie die Frage beantworten, warum die Solidarität mit dem jüdischen Staat gerade für eine emanzipatorische Staats- und  Gesellschaftskritik unumgänglich ist.

Sebastian Voigt ist Mitglied des Leipziger „Bündnis gegen Antisemitismus“ und Gründungsmitglied des BAK Shalom (Bundesarbeitskreis Shalom in der Linksjugend Solid).

 

Mi 01.06. // 20h // Film + Diskussion // Bamako-Dakar-Karawane, Migration und Entwicklung in Afrika

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Am Mittwoch, den 1. Juni berichten um 20h die NoLager-Aktivist_innen Riadh Ben Ammar und Dorette Führer anhand des Dokumentarfilms „…denn wir leben von der gleichen Luft“ (45 min) und anschließender Diskussion über die Bamako-Dakar-Karavane 2011. Unter dem Motto „Für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung“ sind zwischen dem 25. Januar und dem 11. Februar bis zu 500 BasisaktivistInnen aus Afrika und Europa von der malischen Hauptstadt Bamako zum Weltsozialforum in Dakar gezogen.

 

Neben einem Bericht von der Reise, bei der die ReferentInnen teilgenommen haben, wird es unter Anderem darum gehen, wie in Afrika das Spannungsverhältnis zwischen Migration und Entwicklung diskutiert wird und wie globalisierte Widerstandperspektiven aussehen können.

Information in Deutsch/English/Français: Karawane_Info
An English translation of the movie / discussion is possible.
Une traduction en français du film / débat est possible.

Herzlich eingeladen seid ihr von den Gruppen D.O.R.N. und der Kritischen Uni Kassel, die das Ganze auf die Beine gestellt haben.

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